sinfoniemia

Gedanken über das Leben in Dur und Moll


Ein Kommentar

Mich leiten lassen….

Heute war ich mit meiner Hündin flüchtend unterwegs. Das muss ich erklären: Es ist so, dass ich an einem Ort lebe, wo die Bundeswehr seit Neuestem vermehrt Sprengübungen durchführt. Heute war es besonders schlimm. Meine Hündin leidet. Und ich auch. Sie sucht Schutz bei mir und im Auto. Beim ersten Knall rennt sie mir zurück zum Auto und wartet davor. Das tut mir sehr leid. So redete ich mit meiner Hündin: „wir fahren heute woanders hin, irgendwohin wo es nicht knallt“. Packte unsere Sachen und los ging es, ins Auto und weg…..

Weg, waren 15 km Fahrt in ein Waldgebiet. Erleichtert ließ ich sie laufen…… Keine 10 Minuten vergingen, da gab es drei dumpfe Detonationsgeräusche! Bis hierher zu hören! Mich macht das sprachlos und meine Hündin brachte es sofort in den Fluchtreflex. Leider kann ich nicht so schnell laufen wie sie. So sehe ich sie dann ums Auto kreisen mit hilfesuchendem Blick zu mir. Da fahre ich also 15 km um in Ruhe einen schönen Spaziergang zu machen und dann DAS! Für zehn Minuten Gassigang?

Nun – da wir schon mal so lange gefahren sind und Zuhause die Ungemütlichkeit derzeit wohnt, habe ich wieder mit meiner Hündin geredet: „weisst Du was? Wir fahren jetzt in ein Einkaufszentrum und machen uns einen schönen Tag.“ Ich weiss nicht, ob es nicht eher ein Selbstgespräch war, aber es war ein Beschluss. Spontan und ohne mit der Absicht gestartet zu sein, überprüfte ich meine finanzielle Lage. Hmmm, Einkaufszentrum was will ich dort ohne Geld? Und meine Lesebrille habe ich auch nicht dabei. Also wusste ich eigentlich nicht so richtig was ich dort sollte. In einem Einkaufszentrum.

Kaum hatte ich das Einkaufszentrum betreten, hatte ich sogleich eine nette, freundliche Begegnung mit Menschen. Hundefreunde. Ich setzte mich in einen zur Relax-Zone ernannten Lounchbereich und lauschte der Musik dort. Meine Hündin an meine Seite geschmiegt, schloss ich die Augen und genoss die Ruhe, die Musik und das warme Bündel Lebendigkeit an meiner Seite.

Musik mit Raumklangerleben. Boxen die mich Musik fühlen lasse, erleben lassen. Raumklang! Mit geschlossenen Augen höre ich rechts neben mir die Klänge des Klaviers. Links hinten der Bass, davor ein Saxophon. Und in der Mitte eine Sängerin. Solche Boxen hatte ich einmal in meinem Zuhause. Leider wurden sie mit ausgezogen. Doch war ich nicht wehmütig in dem Moment. Ich genoss das Hiersein bei der Musik und ein Gefühl von Zuhause sein machte sich in mir breit.

Was also brachte mir der Besuch im Einkaufszentrum? Auch ohne Geld, Zufriedenheit und eine handvoll Glück.

Dieses Erleben möchte ich gerne mit euch teilen.


Hinterlasse einen Kommentar

Mir selbst eine Freundin sein….

Kann ich das? Mir selbst eine Freundin sein? Wie geht das überhaupt?

Kann ich mich ganz auf mich verlassen? Mich selbst in die Arme schliessen und mir einen Weg aufzeichnen?

Mich trösten wenn ich Halt suche? Mir selbst meinen Schmerz und Kummer anvertrauen und sicher sein, dass ich einen Ausweg finde? Mich zu den richtigen Leute hin begebe? Mir von den richtigen Personen Rat und Schutz hole?

Mich selbst lenke, stütze und schütze – so wie ich das mit meiner besten Freundin tun würde?

Meine Zeit nutzen und mich selbst voran bringen? Schritt um Schritt? Mich selbst lenke? Mit meinem Vertrauen in Mich? Ist da genügend Gehör von mir? Meiner inneren Stimme vertrauend?

Wem sollte ich mehr vertrauen als mir Selbst?

Nur wenn ich mir selbst eine gute Freundin bin, kann ich mit mir zufrieden meine Zeit verbringen. Mich freuen und mich erfüllt fühlen. Glück aus mir Selbst empfinden. Und lächelnd mir im Spiegel begegnen.

Und sehe ich mich so wie mich meine Freunde sehen? Mit der selben Wertschätzung? Oder mache ich mich kleiner???

Ich werde einmal mehr meinen Freunden zuhören. Damit ich etwas mehr über mich erfahre…….


7 Kommentare

Über die Vermessung von Worten….

und die Freiheit der eigenen Wertung.

Passiert es mir doch immer wieder, dass meine eigene Kritik mir ein Bein stellt. Das heißt: ich mir selbst ein Bein stelle! Dann ist mein Schreiben sozusagen „zu kurz – zu lang – zu wellig – zu viel – zu wenig – zu ……“ Vorallem  z u …………

„Halt ein!!“, rufe ich dann mir selbst zu.

„Danke für den Zollstock, ich brauche ihn nicht. Mir gefällt´s was ich tue 🙂 “

***************************************************************

Der Maßstab / die Maßstäbe der Anderen mit denen ich mich selbst vermesse, stören meine Authentizität.

Und – ich möchte authentisch sein. Deshalb schreibe ich mit meinen Worten.

Ja, mag sein dass meine Texte dann weniger Personen gefallen. Damit lebe ich, ehrlich gesagt, mal mehr – mal weniger gut. Ängste plagen mich dann….

Doch trotz allem! Den eigenen Maßstab finden und bewusst einsetzen, erfüllt mich mit einer solch großen Freude, dass sich die Ängstlichkeit fast von alleine auflöst.